Mehrheit, Macht, Geschichte

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Methodenbuch für Pädagog/-innen



Geschichtslernen braucht den interkulturellen Blick, denn gesellschaftliche Minderheiten und Einwanderung haben die Geschichte von jeher geprägt. Darauf gehen die Materialien »Mehrheit, Macht, Geschichte – 7 Biografien zwischen Verfolgung, Diskriminierung und Selbstbehauptung« ein. Sie rücken von der Sicht deutscher Geschichte als Nationalgeschichte ab. Durch didaktisch aufbereitete Biografien werden in dem Materialpaket Nationalismus, Kolonialismus, Nationalsozialismus, Migration und Krieg so thematisiert, dass alle Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft angesprochen und zu einer Auseinandersetzung mit den Menschenrechten anregt werden. Interkulturelles Geschichtslernen fordert die Jugendlichen auf, die Perspektive zu wechseln, regt Empathie an und fördert ein gemeinsames Geschichtsbewusstsein.

Sieben authentische Lebensgeschichten zeigen eindringlich, wie junge Menschen Diskriminierung, Verfolgung und Krieg erlebten. Rudolf Duala Manga Bell, Königssohn aus Kamerun, wird im deutschen Kaiserreich ausgebildet. Weil er Widerstand gegen das deutsch Kolonialregime leistet, wird er 1914 hingerichtet. Seine Lebensgeschichte beleuchtet koloniale Herrschaft und antikolonialen Widerstand in Afrika. Kwassi Bruce kommt Ende des 19. Jahrhunderts als Kind für eine sogenannte »Völkerschau«, in der seine Eltern auftreten, aus Togo nach Berlin. Anhand seiner Geschichte thematisieren Jugendliche die Situation von Schwarzen in Deutschland - gestern und heute. Anne Frank und ihre Familie verstecken sich in Amsterdam vor der deutschen Besatzungsmacht, bis sie verraten und deportiert werden. Ihre Geschichte eröffnet Jugendlichen einen Zugang zu den Themen Nationalsozialismus, Antisemitismus und Widerstand. Stefan T. Kosinski erlebt 1939 als Jugendlicher in Polen die Besetzung durch die deutsche Wehrmacht. Als die deutsche Besatzungsmacht von seiner Liebesbeziehung zu einem Wehrmachtssoldaten erfährt, wird er verhaftet und misshandelt. Die Diskriminierung homosexueller Liebe steht in seiner Geschichte im Zentrum. Petra Rosenberg ist die Tochter von Otto Rosenberg, einem Auschwitzüberlebenden, der den Landesverband der Sinti und Roma in Berlin aufbaut. Anhand ihrer Biografie setzen sich die Jugendlichen mit der Geschichte der Sinti und Roma und mit den Vorurteilen gegen sie auseinander. Gülay Cedden kommt als kleines Kind in die Bundesrepublik, wo ihr Vater als Facharzt ausgebildet wird. Im Alter von 17 Jahren geht sie zurück in die Türkei. Ihre Lebensgeschichte steht beispielhaft für Arbeitsmigration. Zlata Filipovic erlebt als junges Mädchen in Sarajevo den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzogowina und führt darüber ein Tagebuch. In ihrer Geschichte geht es um Nationalismus, Krieg und Flucht.

Das Methodenbuch für Pädagoginnen und Pädagogen mit sieben Biografien, entsprechenden Hintergrundinformationen, einer großen Vielzahl an methodischen Anregungen (inklusive DVD mit Videointerviews, Arbeitsblättern) wird ergänzt durch ein Lesebuch für Jugendliche mit kurzen Geschichten aus dem Leben der porträtierten Menschen.

Bezug: Erhältlich ist das Materialpaket im Onlineshop des Anne Frank Zentrums unter http://www.annefrank.de.